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BeitragVerfasst: 23.05.2018 10:58 
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Die Depression kam f√ľr mich v√∂llig unvorbereitet, nicht das sie immer vorher eine schriftliche Ank√ľndigung sendet und mitteilt, dass man an dem und dem Tag Besuch hat, sehr anh√§nglichen Besuch.

Die Pfingsttage waren ganz OK gewesen, auch wenn Feiertage wie Wochenenden immer noch ein Problem f√ľr mich sind. Aber seit dem ich die Tagesst√§tte regelm√§√üig besuche gibt es einen wesentlich gr√∂√üeren Unterschied zwischen Alltag und Wochenenden.
Doch seit gestern habe ich das Gef√ľhl, als wenn jemand meine Festplatte manipuliert h√§tte, die Akkus ausgebaut h√§tte und den Knopf f√ľr Neustart einfach entfernt hat.
Am Pfingstmontag hatte ich mich noch danach gesehnt das es endlich wieder sowas wie den Alltag gibt, freute mich auf den n√§chsten Tag, wo ich zur Tagesst√§tte gehen k√∂nnte und dann das! Ich f√ľhlte mich als wenn eine Dampfwalze √ľber mein Kopf gefahren w√§re, und nein ich nehme keine Drogen! OK ich rauche und ich trinke auch mal ganz gerne abends ein oder zwei Bierchen. Mehr aber nicht! Ich trinke auch nicht regelm√§√üig, so dass man von einer Suchtgefahr ausgehen k√∂nnte. Jedenfalls bin ich wie ger√§dert am Morgen wach geworden, hatte einen Kaffee gemacht, dachte danach w√ľrde sich alles wieder klarer anf√ľhlen, dich auch das hatte nichts gebracht. Nachdem ich feststellte, dass das heute wohl nichts mit der Tagesst√§tte werden w√ľrde, wollte ich mich telefonisch abmelden, klar mein Handy hatte kein Guthaben mehr. Nun denn, denke nach Achim, was machst du denn jetzt? ‚Äď Die L√∂sung war eine Email zu schicken, so w√ľrde es gehen, das w√ľrden sie lesen und w√ľssten dann zumindest Bescheid. Nachdem ich das erledigt hatte, hatte ich mich wieder ins Bett gelegt, ich f√ľhlte mich total beschissen. Ich hatte auch fast zwei Stunden geschlafen. Aufgewacht war ich mit R√ľckenschmerzen, einem Brummsch√§del und tiefer innerlicher Traurigkeit. Ich hatte wirres Zeug getr√§umt und ich hatte nur noch einen Wunsch, dass man mich aus diesem Zustand erl√∂sen m√∂chte.
Bis zum Mittag hatte ich √ľberhaupt nichts auf die Reihe bekommen, ich lag im Bett und konnte nichts machen, ich war wie blockiert gewesen, trotz R√ľckenschmerzen, hatte ich kein Antrieb gehabt aufzustehen. Gegen 14 Uhr hatte ich es mal geschafft aufzustehen, und mir sogar etwas zu essen zu machen. Es gab schlicht und einfach Nudeln mit K√§seso√üe. Danach hatte ich das Bed√ľrfnis wieder ins Bett zu gehen, aber ich blieb erst einmal noch auf, ich versuchte zu lesen, es blieb bei dem Versuch, denn nach drei oder vier Seiten fielen mir die Augen zu. Dann sa√ü ich am Laptop, erst ein bisschen Internet und dann begann ich zu schreiben. Meine Autobiografie soll ja auch mal fertig werden. Aber konzentrieren konnte ich mich auch nicht wirklich darauf, so dass ich kapituliert habe, ich gab es auf, wenn man nicht mehr schreiben oder lesen kann, dann geh√∂rt man da hin, wo man die Radischen von unten sieht. Ich wusste nicht was ich machen sollte, damit es ertr√§glicher werden w√ľrde, also legte ich mich ins Bett, der Fernseher lief und ich war wieder eingeschlafen, aber nur f√ľr eine halbe Stunde. Danach hatte ich mich vom Assi Programm berieseln lassen.
So verging dieser doch d√ľsterer Tag und mir graute vor der Nacht, ich lag ja auf dem Bett und sah am Abend unter anderem auf VOX ‚ÄěSing mein Song ‚Äď das Tauschkonzert und danach die Alphaville ‚Äď Story, wobei davon nicht so viel mitbekommen hatte. ich wachte erst wieder auf, wo Medical Detectives lief.
Heute ist es √§hnlich, ich f√ľhlte mich zwar nicht so ger√§dert aber auch nicht in der Form, wie ich es die letzen Wochen gewohnt war. Ich habe keinerlei Antrieb, heute h√§tte normalerweise mein Bewo Gespr√§ch auf den Plan gestanden, aber meine Bewo Betreuerin hat diese Woche Urlaub und auf eine Vertretung hatte ich verzichtet. Am Nachmittag h√§tte ich meine Psychotherapie gehabt, aber mein Psychotherapeut in Ausbildung nahm na einen Workshop oder so teil, so dass es heute keine Sitzung geben w√ľrde. Auch gut so, denn so kann ich mich von dem was auch immer da mich jetzt gerade in der Gewalt hat zu wehren.
Morgen steht schon im 7:50 Uhr ein Röntgen Termin an, damit meine LWS geröngt wird. Vielleicht kommt man so dann den Schmerzen auf die Schliche, anschließend gehe ich direkt zur Tagesstätte.
Auch wenn die tiefe innerliche Traurigkeit geblieben ist, ich am liebsten weinen, nein heulen w√ľrde, aber es nicht kann, und auch so mich nicht gerade gut f√ľhle versuche ich es durchzustehen. Spr√ľche wie die Depression kann mir gar nichts sind derzeit ohne Wirkung, leider. Aber Depressionen sind wie ein Gewitter, nach einem Gewitter kommt immer die Sonne zum Vorschein. So ist es auch mit den Depressionen, sie gehen vor√ľber und je schw√§cher sie werden desto st√§rker wird der Antrieb bis man es schafft die Depressionen, zumindest f√ľr eine bestimmte Zeit in den Hintern zu treten.


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