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zutritt auf eigene gefahr

 

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permanenter Link von howl am 08.12.2011 10:19

gestern bin ich gar nicht dazu gekommen, meinen ueblichen nach-dem-training-kaffee beim rewe zu trinken. als naemlich die kampfmaeuse am ende der stunde alle wieder fertig angezogen waren, stellte sich heraus, dass nick, der normaler weise zusammen mit mai nach hause geht, noch zu ben wollte.
mai fragte jessica, ob sie vielleicht zusammen gehen koennten, aber die wurde von ihrer mutter abgeholt.
schliesslich waren alle weg, ausser mai, die mir rumdrucksend durch die halle folgte, waehrend ich aufraeumte.

"nick faehrt mit zu ben", sagte die kleine zu mir (was ich ja schon wusste und die beiden waren ja auch schon weg).
"hmhm", machte ich.
"meine mama kann mich heute nicht holen", fuhr mai fort und friemelte dabei an ihrem jackensaum herum. da sie ihren fahrradhelm auf dem kopf hatte meinte ich:
"du bist aber mit dem fahrrad da, oder?"
"ja, schon ... aber ..."
"soll ich mit dir mitgehen?" erloeste ich sie endlich und sie meinte:
"wenn das geht?"
"sicher, ich muss nur hier fertig machen und mich noch umziehen. das dauert aber noch ein paar minuten."
"okay", sagte mai schnell und setzte sich wieder auf die bank.

ich zog mich um, gab den hallenschluessel ab und machte mich dann mit der maus auf den weg.
also dafuer, dass eine bestimmte sorte muetter ihre kinder auch mit 15 noch nicht zwei strassen weiter allein gehen lassen, haben mais eltern erstaunliches vertrauen in die dunkelheitsresistenz ihrer tochter. wir mussten naemlich durch eine ziemlich finstere nebenstrasse und mai, die zunaechst auf ihrem fahrrad neben mir her gestrampelt war und mir dabei loecher in den bauch gefragt hatte ("sprichst du eigentlich koreanisch? wie welche sprache ist koreanisch? hast du eine frau?" (uuuh, nein, ich hab' nur diesen komischen schnuckligen kerl)) stieg ab und ging ein bisschen dichter neben mir.
"das ist eine abkuerzung", sagte sie vorsichtig, "aber da fahre ich sonst nicht her, weil das so dunkel ist."

ich hielt ihr die hand hin, sie legte zoegernd ihre kleine warme pfote hinein und schob ihr fahrrad mit der anderen hand weiter.
es war nur ein kurzes stueck, danach wurde es wieder heller und mai stieg wieder aufs rad. aber irgendwie war es nett und waere uns jemand begegnet, haette er sicher gedacht, sie waere mein kind (schlitzaugen unter sich, woll?). das war ein komisches gefuehl, aber kein schlechtes.

"DA wohne ich", sagte sie eine strasse weiter, zeigte auf ein grosses mietshaus und radelte, mir noch ein kurzes "danke, ne?" zurufend schnell weg und liess mich stehen.
einen moment wartete ich noch, dann drehte ich mich um und ging den weg wieder zurueck, laechelnd und innen ein bisschen waermer.